Wissenswertes 25. April 2024 3 Min. Lesezeit

Trockeneisstrahlen: Verfahren, Einsatzgebiete und Grenzen

Trockeneisstrahlen

Trockeneisstrahlen, auch CO₂-Strahlen genannt, reinigt Oberflächen ohne Wasser, ohne Chemie und ohne Strahlmittel, das anschließend liegen bleibt. Dieser Artikel erklärt, wie das funktioniert, wo es sinnvoll ist und wo die Grenzen liegen.

Trockeneisstrahlen in 20 Sekunden: die Pellets lösen den Belag, das CO₂ geht in die Luft über, das Material bleibt unangetastet.

Wie das Verfahren funktioniert

Das Strahlmittel sind kleine Pellets aus festem CO₂, üblicherweise rund drei Millimeter groß. Sie werden nicht im Gerät erzeugt, sondern als fertiges Trockeneis zugeführt und im Strahlgerät von Druckluft beschleunigt.

Beim Aufprall auf die Oberfläche wirken drei Effekte zusammen:

  • Der Aufprall selbst löst den Belag mechanisch an.
  • Die Kälte von −78,5 °C lässt ihn verspröden, sodass er die Haftung verliert.
  • Die Sublimation vergrößert das Volumen des Pellets beim Übergang in Gas schlagartig und hebt den Belag ab.

Das CO₂ geht dabei vollständig in die Umgebungsluft über. Zurück bleibt nur, was von der Oberfläche heruntergekommen ist. Ausführlicher steht das in der Übersicht zum Verfahren.

Wo Trockeneisstrahlen eingesetzt wird

Industrie und Produktion

Maschinen, Werkzeuge, Formen und Produktionsflächen lassen sich von Öl, Fett, Harz und Trennmitteln befreien, oft ohne Demontage und teilweise im warmen Zustand während einer Produktionspause.

Fahrzeuge

Motorräume, Unterböden, Hohlräume und Anbauteile werden sauber, ohne dass Wasser in Stecker und Kabelkanäle gelangt. Bei Oldtimern kommt dazu, dass gut haftender Originallack stehen bleibt. Auch Felgen und Bremssättel lassen sich so reinigen.

Elektrik und Elektronik

Schaltschränke, Steuerungen und Bauteile lassen sich trocken reinigen. CO₂ leitet nicht, und es bleibt keine Feuchtigkeit zurück. Abschalten, Schutzmaßnahmen und ein Auge auf Kondensat gehören trotzdem dazu.

Lebensmittelbetriebe

Anlagen und Oberflächen werden gereinigt, ohne dass Reinigungsmittelreste zurückbleiben. Wichtig zu wissen: Das Verfahren reinigt, es desinfiziert nicht. Eine erforderliche Desinfektion ist ein eigener Arbeitsschritt.

Denkmalpflege und Restaurierung

Stein, Stuck, Holz und Metall lassen sich reinigen, ohne Material abzutragen. Bei empfindlichen Objekten gehört eine Probefläche dazu, und bei Malschichten oder gefassten Oberflächen ist das Verfahren nichts für den Schnellschuss, sondern eine Frage für die Restauratorin oder den Restaurator.

Bau und Fassade

Farbe, Graffiti, Ruß und Bewuchs kommen von Fassaden herunter, ohne dass Wasser in Fugen und Poren gedrückt wird.

Vor- und Nachteile

VorteileNachteile
  • Kein Wasser, keine Chemie
  • Kein Materialabtrag, die Oberfläche bleibt erhalten
  • Kein Strahlgut, das aufgefangen und entsorgt werden muss
  • Erreicht Hohlräume, Falze und enge Zwischenräume
  • Für Elektrik und empfindliche Bauteile geeignet
  • Sofort weiterverarbeitbar, nichts muss trocknen
  • Teurer als Sandstrahlen, das Trockeneis wird laufend verbraucht
  • Kommt gegen tief sitzenden, flächigen Rost nicht an
  • Nicht zum Aufrauen einer Oberfläche geeignet
  • Hoher Druckluftbedarf
  • Laut, Gehörschutz ist Pflicht
  • In engen Räumen ist auf die CO₂-Konzentration zu achten

Ausführlich stehen die Einschränkungen im Artikel Nachteile und Grenzen des Trockeneisstrahlens. Der wichtigste Unterschied zum Sandstrahlen in einem Satz: Sandstrahlen trägt ab, Trockeneis reinigt. Welches Verfahren wann passt, steht im Vergleich der beiden.

Was das kostet

Das hängt an Fläche, Verschmutzung, Zugänglichkeit und der Frage, wie sauber es am Ende sein soll. Wie viel Trockeneis ein Einsatz verbraucht, lässt sich mit dem Bedarfsrechner abschätzen.

Etwas zu reinigen?

Schick mir ein paar Fotos und schreib dazu, worum es geht. Dann sage ich dir, ob Trockeneisstrahlen dafür das richtige Verfahren ist und was es kostet. Hier geht es zur Anfrage.

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